Beagle "von der Theresienhöhe"


Der Deckakt und das "Hängen"

Häufig werden wir gefragt wie der Deckakt bei den Hunden funktioniert. Ebenso häufig werden wir gefragt was es mit dem "Hängen" auf sich hat.

Mit dieser Seite wollen wir das ganze erklären.


Der Deckakt der Hunde ist recht kompliziert. Dabei kommt es zum bemerkenswerten Verhalten des "Hängens", das es nur bei den Caniden, den Hundeartigen, gibt.

Beim Rüden kommt es vor dem Geschlechtsakt nur zu einer leichten Erektion. Das Einführen des Penis in die Scheide der Hündin wird anfangs vor allem durch das Vorhandensein des Penisknochens ermöglicht. Die vollständige Erektion wird erst in der Scheide der Hündin erreicht.

Der Rüde gibt im Verlauf des Paarungsaktes nacheinander drei verschiedene Flüssigkeiten (sogen. Ejakulatfraktionen) ab. Der erste wässrige Anteil, das Vorsekret, wird zum Teil schon während der Suchphase, also zwischen dem Aufsprung des Rüden und unmittelbar nach dem Einführen des Penis ausgestoßen. Dieses Vorsekret kann evtl. auch schon lebensfähige Spermien enthalten. Dadurch kann es vorkommen, dass auch ein Deckakt ohne "Hängen" bereits Folgen hat!

Nach dem tiefen Eindringen, wenn die Stoßbewegungen des Rüden ruhiger werden und die vollständige Erektion erreicht ist, wird die zweite, spermienreiche Fraktion des Ejakulates abgegeben.


 

Der Rücken des Rüden geht hinten steil runter und seine Pfoten stehen vor denen der Hündin. Gleichzeitig trippelt er in typischer Weise.


Unmittelbar nach Abgabe des spermienreichen Ejakulats vergrößern sich die Schwellkörper des Penis (der sogen. Knoten im hinteren Teil der Eichel, Bulbus glandis), reaktiv darauf schwellen bei der Hündin die Venenpolster der Vagina an und umschließen fest und untrennbar das Glied: die Hunde sind regelrecht miteinander verkeilt, das "Hängen" beginnt. Viele Hündinnen stehen nur so lange ruhig, bis sich ihre Schwellkissen und der Schwellkörper des Rüden vergrößern. Der dabei entstehende Druck ist für die Hündin zunächst unangenehm und sie versucht sich eventuell loszureißen oder knickt nach unten weg. In diesem Fall hält der Hündinnen Besitzer seine Hündin vorne leicht fest, um Verletzungen beider Partner vorzubeugen.

Gerade eine Erstlingshündin kann beim Verknoten so in Panik geraten, dass sie versucht sich loszureißen. Bei beiden Hunden kann das dann zu schweren Verletzungen führen. Der Penis beim Hund besteht ja nicht nur aus Schwellkörpern, sondern auch aus dem Penisknochen der sogar brechen kann! Und auch nach dem Hängen sollte man ein Auge auf den Rüden haben. Falls er nicht in der Lage ist, seinen Penis wieder einzufahren, kann es zu starken Schmerzen kommen, dem sogen. Penispein.

Nachdem es zum "Hängen" gekommen ist, steigt der Rüde seitlich mit den Vorderläufen von der Hündin ab und dreht sich um, wobei er einen Hinterlauf über den Rücken der Hündin führt. Sollte der Rüde Probleme beim Umsteigen haben, sollte der Rüden Besitzer helfend eingreifen.


Jetzt stehen Rüde und Hündin nebeneinander oder mit den Köpfen in entgegengesetzter Richtung und "hängen" mit dem Hinterteil aneinander. Der Penis des Rüden ist in dieser Stellung nach hinten umgebogen, was für den Rüden aber kein Problem darstellt.

Nun wird die dritte Fraktion des Ejakulates, ein spermienarmes bzw. spermienfreies Prostatasekret ausgeschüttet. Dieses sogenannte Nachsekret dient dazu, die Samenzellen in die Gebärmutter zu spülen. Die Hündin hilft dabei aktiv mit. Häufig sieht man deutlich Kontraktionen über ihren Körper laufen. Das "Hängen" dauert im Durchschnitt 15 Minuten. Kann aber durchaus bis zu einer Stunde anhalten.


Wenn sich die Hunde dann voneinander gelöst haben, schnüffeln sie auf dem Boden, kontrollieren sich selbst und widmen sich ihrer Intimpflege. Der Trieb ist erst mal erloschen und beide erholen sich erstmal von den "Strapazen".