Beagle "von der Theresienhöhe"


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Ju
Gendefekte beim Beagle
23.07.2017 15:16

 

(Teil 2)
GENDEFEKTE BEIM BEAGLE

 

Hier wollen wir die häufigsten Gendefekte bei der Rasse Beagle erklären.
Auf die nachfolgenden (rezessiven) Erkrankungen lässt sich unsere Grafik „WIE VERERBEN SICH GENDEFEKTE“ übertragen.
Durch einen Gentest lässt sich herausfinden ob der Hund frei (clear), Träger (carrier) oder Betroffen/Erkrankt (affected) ist. Das ist wichtig um richtig verpaaren zu können und um die getesteten Krankheiten zu verhindern.
(Wir möchten Anmerken dass es auch spontane Gen-Mutationen gibt, und es vereinzelt vorkommen kann das Hunde aus frei (clear) getesteten Eltern dennoch am jeweiligen Defekt erkranken können!)
Unter folgendem Link können Sie alle wichtigen Gentests (außer Lafora) bestellen: https://shop.labogen.com/genuntersuchung-bestellen/…/beagle/
Sollten Sie weitere Fragen haben, kontaktieren Sie uns gerne.

 

🐶 Lafora Krankheit

Die Lafora Krankheit ist eine (rezessive) erbliche Form einer Stoffwechsel Erkrankung, die spontan auftritt. Die Symptome sind Epilepsie ähnlich, weswegen die Lafora Krankheit häufig fälschlicherweise als Lafora Epilepsie bezeichnet wird.
Die Ursache der Lafora ist eine Mutation am Gen EPM2B. Die Folge dieser Mutation des Gens, die der Lafora Krankheit zugrunde liegt, ist wohl eine gestörte Umwandlung von Glucose in die Speicherform Glykogen. Die entsteheneden Polyglucosane werden als Laforakörper bezeichnet. Die Laforakörper reichern sich im Laufe der Zeit als Ablagerungen in Zellen an (in Leber und Muskelgewebe, vor allem aber im Nervensystem und im Gehirn. Im zentralen und peripheren Nervensystem hat diese Ablagerung eine gestörte Reizweiterleitung zur Folge.
Betroffene Hunde zeigen die ersten Symptome etwa ab dem 6. Lebensjahr, oft aber auch erst viel später.
Lafora Krankheit ist NICHT HEILBAR. Sie schreitet immer weiter fort. Die Symptome sind nur geringfügig behandelbar. Wenn die Symptome eingesetzt haben, ist die Lebensqualität in den meisten Fällen sehr stark beeinträchtigt und auch die Lebenserwartung des Hundes wird dadurch stark verkürzt.
Der Lafora Test ist seit Ende 2015 für JEDERMANN Verfügbar!
(Auf unserer Homepage finden weitere Informationen zur Erkrankung sowie die Symptome der Lafora Krankheit beschrieben)

 

🐶 Imerslund-Gräsbeck-Syndrom (IGS)

Das Imerslund-Gräsbeck-Syndrom (IGS) ist gekennzeichnet durch die Malabsorption von Vitamin B12 aus der Nahrung. Der chronische Cobalamin-Mangel führt zu Veränderungen im Blutsystem (wie beispielsweise Makrozytäre Anämie) und neurologischen Ausfällen aufgrund irreversibler Schädigungen des Gehirns und Nervensystems. IGS kann durch eine frühzeitige und regelmäßige Substitution von Vitamin B12 therapiert werden.
IGS ist seit 2005 bekannt.
Betroffene/Erkrankte Tiere (affected) müssen von der Zucht ausgeschlossen werden.
Die Verpaarung von zwei Träger-Tieren (carrier) sollte unbedingt vermieden werden.

 

🐶 Faktor VII Defizienz

Faktor VII ist ein im Blut vorhandener Gerinnungsfaktor, der bei der Einleitung der Blutgerinnung eine Rolle spielt. Bei von Faktor VII-Mangel betroffenen Tieren kommt es zu einer milden bis moderaten Blutungsneigung. Die Tiere zeigen in der Regel keine Symptome und selbst Operationen können meist ohne abnorme Blutungen durchgeführt werden. Oft werden die Tiere erst bei Blutuntersuchungen oder durch den Gentest identifiziert. Einige Einzelfälle mit starken Blutungen während der Trächtigkeit oder während Operationen sind dokumentiert.

 

🐶 Primäres Weitwinkel-Glaukom (POAG)

Beim primären Weitwinkel-Glaukom (POAG) handelt es sich um eine genetisch bedingte Bindegewebestörung im Auge, die mit Druckerhöhung im Auge verbunden ist. Erste Symptome umfassen geweitete Pupillen, rote Augen, trübe Hornhaut und einen erhöhten Augeninnendruck. Bei weiterer Zunahme des Drucks entstehen Schmerzen, die zu Fressunlust, Kratzen am Auge, Reiben des Kopfes an Gegenständen und Aggressivität führen können. Rechtzeitig diagnostiziert kann eine Schädigung des Sehnervs und der Netzhaut durch regelmäßige Senkung des Augeninnendrucks vermieden werden.

 

🐶 Musladin-Lueke-Syndrom (MLS)

Das Musladin-Lueke Syndrom (MLS) wird verursacht durch eine ausgeprägte Fibrose der Haut und Gelenke. Erste Symptome sind bereits im Alter von 2-4 Wochen zu erkennen. Im Laufe des ersten Jahres verschlimmert sich die Erkrankung, um sich dann mit einem Jahr zu stabilisieren. Als Welpen gedeihen betroffene Hunde nicht gut. Außerdem weisen sie verkürzte äußere Zehen, einen festen Körperbau aufgrund der verstärkten Haut und Muskeln sowie eine typische flache Kopfform auf. Die Hunde laufen auf den vorderen Ballen, was zu einem Ballerina-ähnlichen Gang führt. Betroffene Hunde leiden weiterhin unter Arthrose und Steifheit. Sie zeigen ein ungewöhnlich „freundliches“ Wesen.

 

🐶 Neontale Cotikale Cerebelläre Abiotrophie (NCCD)

Die cerebelläre Abiotrophie (NCCD) ist gekennzeichnet durch Störungen in der Motorik und im Gleichgewicht. Betroffene Tiere zeigen schon kurz nach der Geburt oder im sehr jungen Alter Symptome wie Tremor, Ataxien und spastische Lähmungen.

 

Wie vererben sich Gendefekte

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