Beagle von der Theresienhöhe- to be different makes the difference -Text: ©Sabine Matok Rassehundezucht und GesundheitTransparenz und Verantwortung: Gesundheit in unserer Zucht Wer Rassehunde mit Herzblut züchtet, kommt nicht umhin, sich intensiv mit (Erb-)Krankheiten auseinanderzusetzen. Wir möchten euch hier einen Einblick in die wichtigsten Themen geben – sachlich, ehrlich und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Grundsätzlich ist der Beagle eine sehr robuste Rasse. Doch wie bei jedem Lebewesen gibt es auch hier genetisch bedingte Erkrankungen. Wir sehen es als unsere Pflicht, das Auftreten und die Verbreitung dieser Defekte durch gezielte Selektion bestmöglich zu vermeiden. Ein gänzliches Ausschlussverfahren ist jedoch aus verschiedenen Gründen eine Herausforderung: Die Grenzen der Vorhersehbarkeit Spontane Mutationen: Gene können sich jederzeit spontan verändern. Darauf hat selbst der gewissenhafteste Züchter keinen Einfluss.
Erworben oder Ererbt? Nicht jede gesundheitliche Störung ist genetisch bedingt. Ein Beispiel ist die Epilepsie. Sie hat viele Gesichter und Auslöser. Da der genaue Erbgang beim Beagle noch nicht abschließend geklärt ist, wird ein Problem oft erst bei einer familiären Häufung erkennbar.
Multifaktorielle Einflüsse (HD): Die Hüftgelenksdysplasie (HD) ist vielen ein Begriff. Hier spielen neben der Genetik auch Umweltfaktoren eine massive Rolle – etwa falsche Fütterung oder körperliche Überbelastung im Wachstum.
Moderne Genetik als Sicherheitsnetz Glücklicherweise bietet die moderne Wissenschaft heute für viele autosomal-rezessive Störungen präzise Gentests. Diese ermöglichen es uns, den Genotyp unserer Hunde (Frei, Träger oder Betroffen) exakt zu kennen Warum das für euch als Welpenkäufer so wichtig ist: Bei rezessiven Erbgängen erkranken nur Hunde, die zwei Kopien des Defektgens tragen. Ein „Träger“ (ein gesundes, ein defektes Gen) ist selbst völlig gesund und bleibt es auch.
Unser Zuchtziel ist einfach, aber konsequent: Nur Hunde, die gesund sind und gesunde Nachkommen haben, bleiben in der Zucht. Sollte ein Hund nachweislich kranke Nachkommen hervorbringen, wird er konsequent aus der Zucht genommen. Ein 100-prozentiger Schutz vor spontanen Naturereignissen ist nicht möglich – aber durch Wissen, moderne Tests und Gewissenhaftigkeit minimieren wir das Risiko auf ein absolutes Minimum. Warum wir Fakten statt Vermutungen brauchenNachweisbarkeit in der Zucht In der Hundezucht trägt man eine große Verantwortung – nicht nur für die eigene Zuchtstätte, sondern für die gesamte Rasse. Ein wesentlicher Teil dieser Verantwortung ist die Entscheidung, welche Hunde in der Zucht bleiben und welche wir aus der Zucht nehmen. Hierbei folgen wir einem klaren Grundsatz: Konsequenzen ziehen wir nur auf Basis gesicherter Fakten. Warum ausschließlich offizielle Befunde zählenEs kommt vor, dass Informationen über vermeintliche Erkrankungen an uns herangetragen werden. So sehr wir den Austausch mit unseren Welpenkäufern schätzen, so wichtig ist für uns die professionelle Einordnung. Als „nachweislich erkrankt“ gilt für uns ein Hund nur dann, wenn:
Warum diese Strenge notwendig ist Vielleicht fragt ihr euch, warum wir nicht schon bei „vagen Verdachtsmomenten“ reagieren. Die Gründe sind für eine gesunde Zucht essenziell:
Unser Versprechen an euch: Sollte ein Hund nachweislich eine Krankheit weitergeben, handeln wir sofort und konsequent. Aber wir tun dies auf Basis von Wissenschaft und medizinischer Dokumentation – zum Schutz unserer Hunde und der Qualität unserer Zucht. Ein FallbeispielWarum Fakten über Vermutungen stehen Die Geschichte einer Hündin aus unserer Zucht zeigt eindrucksvoll, warum wir so konsequent auf fundierte Diagnosen bestehen. Uns erreichte die Meldung, dass die Hündin an Epilepsie leide (sie war damals 1,5 Jahhre alt). Wenige Monate später, 2 Jährig, wurde sie an uns zurückgegeben – mit der Beschreibung, unsauber, teils aggressiv und gleichzeitig überängstlich.
Zusätzlich zu der vermuteten Epilepsie stand im Raum, die Hündin könnte am Cushing-Syndrom (einer Überfunktion der Nebennierenrinde) leiden. Dieser schwerwiegende Verdacht wurde jedoch im Vorfeld nicht weiterführend untersucht. Es gab keine weiteren diagnostische Verfahren, um diese Vermutung medizinisch zu bestätigen oder sicher auszuschließen.
Die Ausgangslage Es lagen uns zum Zeitpunkt der Rückgabe keine konkreten klinischen Befunde vor, sondern lediglich vage Verdachtsdiagnosen. Auch Videobeweise der Krampfanfälle, die für eine neurologische Einordnung essenziell sind, konnten nicht erbracht werden. Zudem ließen sich die vorhandenen Unterlagen nicht alle zweifelsfrei dem Hund zuordnen. Unsere Vorgehensweise Da wir die Hündin bei uns im Alltag beobachten konnten und keine Anzeichen für ein Anfallsgeschehen sahen, setzten wir in Absprache mit unseren Tierärzten die schweren Epilepsiemedikamente ab. Das Ergebnis
Unser FazitDieser Fall bestätigt uns darin, niemals voreilig zu urteilen. Eine falsche Diagnose bedeutet nicht nur Stress für die Besitzer, sondern durch unnötige Medikamente vor allem eine enorme körperliche Belastung für den Hund. Wir sind froh, dass wir dieser Hündin durch Genauigkeit und Geduld wieder ein medikamentenfreies und stabiles Leben ermöglichen konnten. Seit August lebt sie bei meinem Bruder mit seiner quirligen Familie. ❤️ Wie sich rezessive Gendefekte vererben....Und hier zum Download: |
