Beagle von der Theresienhöhe

- to be different makes the difference -


Pocket Beagle?

Der „Pocket Beagle“: Mythos vs. Realität

Immer wieder werden wir gefragt, ob wir auch „Pocket Beagle“ züchten. Die Antwort ist ein klares: Nein. Und das hat gute Gründe, die uns als verantwortungsvolle Züchter sehr am Herzen liegen.

Was steckt dahinter?

Historisch gab es im 16. Jahrhundert tatsächlich sehr kleine Beagle, die jedoch seit Jahrhunderten ausgestorben sind. Heute ist der Begriff „Pocket Beagle“ keine anerkannte Rasse, sondern meist ein Marketingbegriff für extrem kleinwüchsige Hunde.

  • Gesundheit geht vor: Um extrem kleine Hunde zu „erzeugen“, müssen oft die schwächsten Tiere eines Wurfs verpaart werden. Dies führt häufig zu Anfälligkeiten für Krankheiten, Herzfehlern und einer deutlich geringeren Lebenserwartung.

  • Häufig steht auch ein Gendefekt für Zwergenwuchs im Raum!

  • Vitalität im Standard: Ein gesunder Beagle braucht eine gewisse Substanz, um robust und belastbar zu sein. Unsere Nachzuchten bewegen sich mit einer Schulterhöhe von ca. 37 bis 40 cm im idealen Bereich des Rassestandards.

  • Wesen: Wir züchten Beagle für das echte Leben – für lange Spaziergänge, zum Toben und als ausdauernde Familienbegleiter. Ein „Mini-Hund“ kann diese körperlichen Anforderungen oft nicht gesund erfüllen.

Zeichnung eines Beagles um 1800.

 

Bildquelle: https://www.beaglehund.de


Verantwortungsbewusstsein statt Verzwergung

Sowohl wir Züchter als auch ihr als Interessenten sollten uns kritisch hinterfragen: Macht es wirklich Sinn, eine „Verzwergung“ bei Hunden anzustreben oder gar zu fördern?

Ein Blick auf andere Rassen zeigt die fatalen Folgen dieses Trends. Ein bekanntes Negativbeispiel ist der sogenannte „Tea-Cup Chihuahua“. Diese Tiere sind extrem verzwergt, optisch völlig übertypisiert und leider oft lebenslang krank. Solche Hunde werden nicht von seriösen Züchtern gezüchtet, da das Ziel hier rein auf der Optik liegt – auf Kosten des Tierwohls.

Die Risiken der Verzwergung sind vielfältig:

  • Körperliche Deformationen: Häufig treten Fehlbildungen an der Wirbelsäule und den Gelenken auf.

  • Augenprobleme: Die typischen, runden „Glotzaugen“ (Exophthalmus) sind nicht niedlich, sondern oft schmerzhaft und verletzungsanfällig.

  • Gesundheitliche Schwäche: Ein extrem kleiner Körper geht oft mit einem anfälligen Immunsystem und einer deutlich verkürzten Lebenserwartung einher.

In der Fachwelt wird hier ganz klar von Qualzucht gesprochen. Wir distanzieren uns entschieden von solchen Praktiken. Für uns steht ein Beagle mit „Substanz“, Kraft und natürlicher Vitalität im Vordergrund – ein Hund, der körperlich dazu in der Lage ist, ein langes, aktives Leben an eurer Seite zu führen.

Zwergwuchs

Genetik vs. „Pocket-Marketing“

In der Hundezucht gibt es verschiedene Gene, die einen Zwergenwuchs begünstigen können. Wer versucht, den sogenannten „Pocket Beagle“ nachzuzüchten, nutzt oft ganz bewusst die Verpaarung von zwei Anlagenträgern oder sogar betroffenen Tieren, um eine starke Miniaturisierung zu erzwingen. (Wie riskant das ist, verdeutlicht unsere Grafik über rezessive Vererbung unter: Wie vererben sich Gendefekte

Dabei muss man medizinisch zwischen zwei Formen des Zwergenwuchses unterscheiden:

 

 

1. Der hypophysäre Zwergwuchs (Hormonmangel)

Diese Form ist vor allem vom Schäferhund bekannt. Hier entstehen perfekt proportionierte, aber stark miniaturisierte Hunde. Ursache ist eine Fehlfunktion der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), die zu wenig Wachstums- und Schilddrüsenhormone ausschüttet.

  • Symptome: Die Welpen stellen das Wachstum im Alter von 3 bis 8 Wochen fast komplett ein. Sie wirken oft fuchsähnlich mit spitzer Schnauze und leichtem Überbiss. Ohne Behandlung verlieren sie ihr Fell (bis auf Kopf und Pfoten) und behalten zeitlebens den Welpenflaum.

  • Folgen: Auch die inneren Organe und Geschlechtsorgane können missgebildet sein. Nur durch eine lebenslange, aufwendige Hormontherapie können diese Tiere ein halbwegs normales Leben führen.

2. Skelett-Dysplasien: CDPA & CDDY (beim Beagle relevant)

Beim Beagle ist vor allem die genetische Veranlagung für verkürzte Beine (Chondrodysplasie und Chondrodystrophie) von Bedeutung. Diese können wir heute via Gentest (z. B. bei Laboklin) sicher bestimmen.

 

  • CDPA (Chondrodysplasie): Dies führt zu den rassetypischen kürzeren Beinen vieler Niederlaufhunde. Sie wird autosomal-dominant vererbt.

  • CDDY (Chondrodystrophie): Diese Mutation verkürzt nicht nur die Beine, sondern bringt ein gesundheitliches Risiko mit sich: das IVDD-Risiko (Bandscheibenvorfall vom Typ Hansen I)

Das Risiko im Detail:

 

 

  • Beinlänge: Die CDDY-Mutation vererbt sich semi-dominant. Das bedeutet: Hunde mit nur einer Kopie des Gens haben bereits kürzere Beine; Hunde mit zwei Kopien sind nochmals deutlich kleiner.

  • Gesundheit: Das Risiko für schmerzhafte Bandscheibenvorfälle wird dominant vererbt. Schon eine einzige Kopie des Gens erhöht das Risiko signifikant.

Unser Fazit für die Zucht:

Wer bewusst auf „Miniaturisierung“ selektiert, nimmt oft billigend in Kauf, dass das Risiko für schwere Bandscheibenschäden massiv ansteigt. Für uns ist ein harmonisch proportionierter Beagle mit gesunder Wirbelsäule wichtiger als das Idealbild eines „Taschenhundes“. Wir nutzen die verfügbaren Gentests, um das Risiko für unsere Nachzuchten so gering wie möglich zu halten.


Bild eines 2 jährigen, von Zwergenwuchs betroffenen Deutschen Schäferhundes.

 

Bildquelle: Instagram / ranger_thegsheperd


Eine Herzensangelegenheit

Eure Entscheidung zählt:

An dieser Stelle möchten wir allen Interessenten, die gezielt nach „besonders kleinen“ oder verzwergten Hunden suchen, eine wichtige Frage mit auf den Weg geben:

Macht es wirklich Sinn, diese Verzwergung zu fördern?

Man muss sich heute kritisch fragen, ob das bewusste Züchten von Hunden, die aufgrund ihrer geringen Größe mit körperlichen Einschränkungen oder Schmerzen leben müssen, nicht längst gegen den Grundgedanken des Tierschutzgesetzes verstößt. Für uns ist die Antwort klar: Ja, das tut es.

Die „Produktion“ solcher Hunde wird allein durch Angebot und Nachfrage gesteuert. Deshalb bitten wir euch:

  • Möchte man Tierleid wirklich in Kauf nehmen, nur weil ein Hund ein paar Zentimeter „zu groß“ oder ein Kilogramm „zu schwer“ für ein fragwürdiges Idealbild ist?

  • Sollte nicht bei jedem Lebewesen die Gesundheit immer vor der Optik stehen?

Ein Beagle ist ein Abenteurer, ein fröhlicher Begleiter und ein Kraftpaket auf vier Pfoten. Wir züchten Hunde, die genau das sein dürfen – gesund, stabil und lebensfroh.


Der Weg zu eurem Wunsch-Beagle: Größe mit Verantwortung

Wenn ihr auf der Suche nach einem Beagle seid, der eher am unteren Ende der Größenskala liegt, ist das völlig legitim – solange er innerhalb des gesunden Rassestandards gezüchtet wurde. Der offizielle Standard legt eine Schulterhöhe von mindestens 33 cm bis maximal 40 cm fest.

In diesem Rahmen gibt es natürlich Spielraum. Wenn ihr euch ein eher kleineres „Beaglechen“ wünscht, empfehlen wir euch folgendes Vorgehen:

 

Wichtig ist uns dabei nur eines: Dass auch die kleineren Vertreter ihrer Rasse aus einer gesunden, geprüften Zucht stammen und keine „Pocket-Experimente“ sind. Denn auch ein kleiner Beagle möchte ein robuster und lebensfroher Partner an eurer Seite sein.

  • Transparenz: Teilt uns oder anderen Züchtern euren Wunsch bezüglich der Größe direkt mit.

  • Elterntiere ansehen: Werft einen Blick auf die Schulterhöhe der Elterntiere. Sie ist oft ein guter Indikator für die spätere Größe der Welpen.

  • Züchter-Netzwerk: Seriöse Züchter arbeiten Hand in Hand. Da wir wissen, welche Linien eher kompakt oder eher kräftig vererben, können wir oft an geschätzte Kollegen verweisen. So findet ihr vielleicht bei einer anderen Zucht genau den passenden Begleiter mit einer Schulterhöhe von beispielsweise 33 bis 34 cm.


Warum unsere Größen variieren

In unserer Zucht werdet ihr feststellen, dass die Endgröße unserer Hunde innerhalb des Rassestandards (33 cm bis 40 cm) durchaus variieren kann. Das ist kein Zufall, sondern das bewusste Ergebnis unserer Entscheidung für die genetische Vielfalt.

Der Hintergrund:

Viele Züchter streben durch enge Linien- oder Inzucht einen sehr schnellen, einheitlichen und optisch beständigen „Typ“ an. Man erreicht dadurch zwar rasch, dass alle Welpen fast identisch aussehen, erkauft sich diese Gleichmäßigkeit jedoch oft mit einem deutlich höheren Risiko für gesundheitliche Einschränkungen und einem Verlust an Vitalität.

Unser Weg: 

Da wir konsequent auf enge Linien- und Inzucht verzichten und stattdessen auf Outcross-Verpaarungen (das Verpaaren blutsfremder Tiere) setzen, bewahren wir die genetische Vielfalt unserer Beagle.

Das bedeutet für euch:

  • Bei uns fallen Welpen im unteren Standard (ca. 33–35 cm), im mittleren Standard sowie im oberen Standard (bis 40 cm).

  • Wir können euch nicht garantieren, dass jeder Welpe exakt dieselbe Größe erreicht – aber wir können euch garantieren, dass wir alles für seine Vitalität und Gesundheit getan haben.

Wir beraten euch gerne individuell, welcher Welpe aus einem Wurf tendenziell eher ein kompakteres „Beaglechen“ oder ein kräftigerer Begleiter wird. Für uns ist ein gesundes Genpaket wichtiger als ein „genormtes“ Aussehen.


Wenn euch der kräftige, kompakte Beagle aus Standard-Zuchten (mit dem typischen stämmigen Körperbau und mehr Belefzung) optisch weniger zusagt und ihr stattdessen einen sehr zarten, feingliedrigen Beagle sucht, der oft unter 10 kg bleibt, gibt es einen anderen Weg:

Die sogenannten „Marshall Beagle“. Dies ist ein Schlag, der ursprünglich (leider) speziell für die Forschung gezüchtet wurde. Optisch kommen diese Hunde dem Wunsch nach einem sehr kleinen, zierlichen „Pocket“-Typ oft am nächsten, ohne dass sie das Ergebnis einer gesundheitlich bedenklichen Qualzucht sind.

Eine Alternative mit Herz

Unser Tipp: Labortierhilfe

Wenn ihr einem solchen zarten Beagle ein Zuhause schenken möchtet, empfehlen wir euch, Kontakt zu verschiedenen Labortierhilfen aufzunehmen. Dort warten wunderbare Seelen auf ihre zweite Chance:

  • „Erwachsene Welpen“: Oft kommen diese Hunde im Alter von ein bis zwei Jahren aus den Instituten. Sie sind körperlich ausgewachsen, müssen aber die alltägliche Welt erst noch wie ein Welpe kennenlernen.

  • Kompetente Beratung: Jeder seriöse Verein wird euch ausführlich beraten. Die Tierschützer kennen ihre Schützlinge genau und wägen sorgfältig ab, welcher Hund zu eurem Lebensstil passt.

Wer bereit ist, etwas Geduld und Liebe in die Erziehung eines solchen Hundes zu stecken, findet dort oft genau den zierlichen Gefährten, den er sich wünscht – und tut gleichzeitig etwas Gutes.


Hier auf den folgenden Bildern seht ihr Vivi, das zarte Elflein von Tina Lieser.

Vivi ist ein ehemaliger Versuchshund aus dem Labor, die das Glück hatte dieses verlassen zu dürfen und bei Tina vom Beaglespielplatz Aachen ihr

Für-Immer-Zuhause zu finden.

Solltet ihr Fragen zu Laborbeagles im allgemeinen haben, so könnt ihr diese gerne an Tina unter der folgenden Emailadresse stellen: tina.ross35@gmail.com

 

Vivi

Die Bilder durften wir mit Erlaubnis von Tina mopsen und hier einstellen!

Unschwer zu erkennen ist der schmale, eher lange Fang mit wenig Belefzung sowie die feingliedrigen Beine.

Vivi ist erwachsen und wiegt unter 9 kg.


Toffie

Hier im Vergleich unsere Toffie (als Welpe mit ca. 8 Wochen) gezüchtet nach FCI-Standard.

Bereits im Welpenalter ist die stärkere Belefzung mit breitem Fang und der kompaktere Körperbau zu erkennen.

Den genauen FCI-Standard findet ihr hier:

 

Mit 10 Monaten wog Toffie kanpp 11 kg. Wir gehen davon aus dass sie ausgewachsen max. 12-12,5 kg haben wird. Sie bewegt sich im unteren Standard mit jetzt im Erwachsenenalter 37 cm.