Beagle von der Theresienhöhe

- to be different makes the difference -


LAFORA
Eine Krankheit die drauf sinnt, wie sie Dir das Liebste nimmt.

🌈BROWNIE * 26.10.2011 - 07.04.2019 🌈

Wir haben den Kampf verloren aber geben ihn nicht auf.

Die letzten 4 Tage waren die wohl schlimmsten für uns alle. Die Myoklonien (Zuckungen) wurden die letzten Tage wieder stärker und die Auslöser nahmen drastisch zu.

Jede schnelle Bewegung, jedes Geräusch löste Myos aus. Zu 99% nieteten diese Bownie regelrecht um.
Nachdem wir die Anfallsfreiheit von alle 2 Wochen 1-2 auf alle 4 Wochen einen und dann sogar alle 6 Wochen einen steigern konnten, holte uns die LAfora nun wieder ein.

Am 22. März hatte er nach 6 Wochen Anfallsfreiheit einen sehr starken und langen Anfall. Nachdem er anfänglich alle Viere von sich streckte und Krampfte, veränderte sich der Anfall plötzlich. Er zog die Beine an den Körper und "kringelte" sich regelrecht ein. Der Anfall Dauerte insgesamt ca. 8 Minuten. Als der Anfall nachlies, blieb Brownie lange (sicher 10 Minuten) liegen, atmete ganz flach, sodass ich mehrmals prüfte ob er noch atmet.

Danach gabs bessere und schlechtere Tage. Aber keine ganz miesen. Bis Freitag den 5.4.

Bereits in den frühen morgenstunden war er sehr unruhig. Wir wussten es kündigt sich bald wieder ein Krampfanfall an. Die Myoklonien waren sehr stark, sodass wir neben seiner normalen Dosis Luminal zwischen den Gaben eine kleinere, zusätzliche Dosis nach Absprache mit unserem TA verabreichten.

Leider half diese nicht rechtzeitig und Brownie hatte 3 heftige Krampfanfälle. Zweimal bekam er Diazepam als Notfallmedikament, aber er kam nur sehr schwer aus den Anfällen herraus.
Die Myoklonien waren weiterhin sehr stark, sodass wir wussten und spürten, da kommt noch etwas.

Die Nacht war unruhig, er kam nicht zur Ruhe, tigerte auf und ab, jaulte, bellte, winselte - egal was man tat.

Der Samstag ging weiter wie der Freitag begonnen hatte. Jeglicher Reiz brachte ihn zum Zittern bis zum Fall. Es reichte wenn sich einer der anderen Hunde schüttelte, mit der Rute wedelte. Der Nachbar warf den Rasenmäher an, er kippte um. Der Schatten der anderen Hunde brachte ihn zu Fall.... Es folgten weitere heftige Krampfanfälle. Aus allen kam er sehr schlecht raus. Lag danach flach atmend und konnte nicht aufstehen. Auch machte sich eine Atemnot davor und danach bemerkbar Die Panik war ihm ins Gesicht geschrieben. Er riss die Augen auf, keuchte, versuchte zu schlucken, aber sein Körper gehorchte nicht.

Es folgten den ganzen Tag bis spät in die Nacht trotz Erhöhung des Medikamentes heftige Anfälle und Myoklonien.

Selbst Waschl, sein Freund der ihm sonst immer Beistand, separierte sich von Brownie. Ein wenig war es schon Tage vorher wahrzunehmen. Brownie suchte auch weder unsere Nähe noch die der anderen Hunde.

Seine aktuellen Blutwerte vom 4.4. hatten sich zum letzten BB vom Februar enorm verschlechtert.

Wir beratschlagten uns die Halbe Nacht, kontaktierten unseren TA per Whats App wie es aktuell aussieht, und entschieden dass es nun wohl an der Zeit war Brownie gehen zu lassen. Natürlich hätten wir es noch weiter mit einer hoheren Medikation versuchen können. Und dann? Nochmal? Und Nochmal? Und noch einmal? Wer gibt uns das Recht ein "Versuchstier" aus ihm zu machen, bei einer Krankheit für die es im Moment keine Heilung gibt? Keine speziellen Medikamente?

(EDIT: Mittlerweile "kennt" man Lafora schon viel besser und man kann den Betroffenen schon sehr gut unterstützend zur Seite stehen!)

Natürlich kann man nun auch sagen wer gibt uns das Recht über Leben und Tod zu entscheiden. Aber tun wir das nicht in jeder unserer Handlungen? Machen wir das nicht schon in dem Hunde geboren werden? In dem wir unserem Hund im letzten Moment die Leine anlegen, ihm Medikamente verabreichen?!

Für uns fühlte sich dieser Schritt, so schwer und schmerzhaft er war, RICHTIG an. Unser Gefühl und Brownies Verhalten liesen uns irgendwie spüren dass es nun Zeit war.

Unser Tierarzt meldete sich am Sonntagvormittag und fragte nach dem Stand der Dinge. Er kam vorbei...
Jeder der bei uns war weiss dass unsere Horde jeden mit ausreichender Lautstärke begrüßt, allen vorran war immer unser liebenswertes Großmaul Brownie.
Heute - stille. Irgendwie spürten alle was los ist.

Wir brachten die Meute in den Garten, bis auf Brownie. Der durfte fressen, alles auf was er sonst verzichten musste. Man merkte aber wie schwer ihm das "kauen" fiel. Auch das schlucken fiel ihm sehr schwer.

Er tigerte um uns herum und unser TA bereitete alles vor. Innerlich zeriss es uns bereits jetzt vor Schmerz. Aber wir spürten nach wie vor, dass es das richtige für Brownie ist und wir in seinem Sinne handeln.

Wir waren bei ihm - von Anfang bis Ende. Nach der Beruhigungsspritze die vor der eigentlichen Euthanasiespritze kommt, zeigte er heftigste Myoklonien und man spürte dass er kurz vor einem erneuten Anfall stand.
Brownie schlief dann ganz ruhig in unseren Armen ein. Er wirkte zufrieden, mit sich im reinen.
Sicher sagen jetzt manche das liegt an der Beruhigungsspritze usw. Aber das was man fühlt kann man nicht wegdenken. Kaum dass Brownie für immer eingeschlafen war, öffneten wir die Terassentüre, damit seine Seele hinausfliegen kann.
Seine Hundekumpels kamen und verabschiedeten sich jeder auf seine Weise.

Als auch wir uns verabschiedet hatten kontaktierten wir Karin von Karin´s Regenbogenbrücke. https://www.facebook.com/Karins-Regenbogenbrücke-755815611114717/

Brownie wird von ihr ins Krematorium München verbracht. Und wir erwarten ihn in 2-3 Wochen zurück bei uns

BROWNIE - Kackbratze, Arschkrampe, Grantler, Nervensäge - Du bist immer in unseren Herzen!