Beagle von der Theresienhöhe

- to be different makes the difference -


Zecken

Der Lebenszyklus der Zecke: Ein unermüdlicher Kreislauf

 

Der Weg einer Zecke von der Larve bis zum adulten Tier ist eine beeindruckende Überlebensstrategie der Natur.

Alles beginnt mit dem sogenannten „Zeckenkaviar“:

Ein einziges Weibchen legt bis zu 3.000 Eier ab, bevor es stirbt.

Aus diesen Eiern schlüpfen die winzigen Larven, und der Kreislauf des Lebens beginnt von vorn.

Entwicklungsstadien der Zecke

Die drei Stadien der Entwicklung

Zecken benötigen für jeden ihrer drei Entwicklungsschritte eine vollständige Blutmahlzeit. Ohne Blut gibt es kein Wachstum.

  • Die Larve (6 Beine): Mit weniger als einem halben Millimeter Größe sind Larven mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Sie stürzen sich zuerst auf kleine Säugetiere wie Mäuse oder Igel. Nach der Mahlzeit lassen sie sich fallen und häuten sich zur Nymphe.
  • Die Nymphe (8 Beine): Nymphen sind etwa doppelt so groß wie Larven und bereits stärker gepanzert. Sie sind besonders gefährlich für uns Menschen, da sie aufgrund ihrer hohen Anzahl und geringen Größe oft übersehen werden. Auch sie bevorzugen Wirte wie Eichhörnchen, Füchse oder Igel.
  • Die adulte Zecke (8 Beine): Nach der zweiten Häutung ist die Zecke geschlechtsreif. Nun unterscheiden sich Männchen und Weibchen deutlich. Während das Männchen nach der Paarung stirbt, benötigt das Weibchen eine letzte, gewaltige Blutmahlzeit bei größeren Säugetieren (oder dem Menschen), um die Energie für bis zu 3.000 neue Eier aufzubringen. Dabei schwillt sie auf das 200-fache ihres ursprünglichen Gewichts an.

Warum Schutzmittel allein oft nicht ausreichen

 

Es gibt heute viele Mittel gegen Zecken – von Halsbändern über Spot-ons bis hin zu Tabletten. Doch ihr müsst eines wissen:

Die meisten dieser Mittel verhindern den Stich nicht sofort.

Die Zecke muss oft erst mit der Haut in Kontakt kommen oder sogar Blut trinken, um den Wirkstoff aufzunehmen und abgetötet zu werden.

Da viele Krankheitserreger bereits kurz nach dem Stich oder während des Saugvorgangs übertragen werden, besteht trotz medikamentösem Schutz ein Restrisiko für Infektionen.

 

Gefährliche blinde Passagiere: Krankheitsübertragung

Zecken sind weltweit gefürchtete Überträger von Krankheiten. Die bekanntesten für Mensch und Tier sind:

  • Borreliose: Bakterien, die Gelenmentzündungen und Organschäden verursachen können.
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Eine virale Entzündung der Hirnhaut und des Gehirns.
  • Anaplasmose & Babesiose: Besonders für eure Hunde gefährliche Erkrankungen, die die Blutzellen angreifen ("Hundemalaria").

Eure beste Waffe

Da kein Mittel einen 100%igen Schutz vor dem Festsaugen bietet, ist die tägliche Kontrolle eures Tieres (und eurer selbst) die wichtigste Prophylaxe überhaupt.

Sucht euren Hund nach jedem Spaziergang gründlich ab – besonders an dünnhäutigen Stellen wie den Ohren, den Achseln, zwischen den Zehen und am Bauch. Je schneller ihr eine Zecke entfernt, desto geringer ist die Chance, dass gefährliche Erreger in die Blutbahn gelangen. Bei der Borreliose beispielsweise dauert die Übertragung oft viele Stunden; wer die Zecke sofort zieht, kann die Infektion oft noch verhindern.

Immunsystem

Ein stabiles Immunsystem ist die Basis für die Abwehr von Krankheiten. Achtet also darauf, dass euer Hund gesundheitlich gut aufgestellt ist, um mit den Herausforderungen der Zeckensaison besser fertig zu werden.

Zeckenarten

In Deutschland sind über 20 Zeckenarten verbreitet, wobei der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) die häufigste Art ist und Borreliose sowie FSME überträgt.

Durch mildere Winter breitet sich die Auwaldzecke (Wiesenzecke) stark aus, die Babesiose („Hundemalaria“) überträgt. Neuere, eingewanderte Arten wie die tropische Hyalomma-Zecke können ebenfalls gefährliche Krankheitserreger übertrag

Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus): Häufigste Art, aktiv ab ca. 7 °C, überträgt Borreliose und FSME.

Auwaldzecke / Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus): Buntzecke, überträgt Babesiose auf Hunde, aktiv auch im Winter.

Links: Gemeiner Holzbock

Rechts: Hyalomma-Zecke

Hyalomma-Zecke (Hyalomma marginatum/rufipes): Groß, braun-beinig, jagt aktiv (Augenzecke), kann tropische Krankheitserreger übertragen.

Igelzecke (Ixodes hexagonus): Häufig in Gärten und Parks, befällt oft Haustiere.

Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus): Kann in Wohnungen überleben, wird oft aus dem Urlaub mitgebracht.

Bildquelle:

Wikipedia