Beagle von der Theresienhöhe

- to be different makes the difference -


Analbeutelentzündung

Eine Analbeutelentzündung mit anschließender Fistelbildung ist für euren Hund nicht nur extrem schmerzhaft, sondern auch eine ernsthafte Gewebeschädigung.

Wenn die Entzündung im Inneren der Beutel so stark wird, dass das Sekret nicht mehr abfließen kann, sucht sich der Eiter oft den Weg nach außen durch die Haut – es entsteht eine sehr schmerzhafte Fistel.

Das Erkennen: Warnsignale rechtzeitig deuten

Häufig beginnt es schleichend, schlägt aber schnell in ein akutes Geschehen um. Achtet auf folgende Anzeichen:

  • Das „Schlittenfahren“: Euer Hund rutscht mit dem Hinterteil über den Boden, um den Druck und Juckreiz zu lindern.
  • Exzessives Lecken: Er beknabbert oder leckt sich ständig die Rutenwurzel oder den Afterbereich.
  • Schmerzäußerungen: Euer Hund setzt sich vorsichtig hin, jault beim Kotabsatz auf oder meidet Berührungen am Hinterteil.
  • Sichtbare Veränderungen: Ihr entdeckt eine Rötung, eine harte Schwellung neben dem After oder sogar ein offenes, nässendes Loch, aus dem Blut oder Eiter austritt (die Fistel).
  • Geruch: Ein auffällig strenger, fischiger Geruch geht vom Hinterteil aus.

Die Behandlung: 

Eine Fistel heilt niemals von allein und ist ein medizinischer Notfall. Der Tierarzt wird in der Regel folgende Schritte einleiten:

  • Reinigung & Spülung: Die Analbeutel und der Fistelgang werden unter örtlicher Betäubung oder Sedierung gründlich mit antiseptischen Lösungen gespült.
  • Medikamentöse Therapie: Euer Hund benötigt meist Antibiotika gegen die Infektion sowie starke Schmerzmittel und Entzündungshemmer.
  • Wundmanagement: Die offene Stelle muss sauber gehalten werden. Oft muss euer Hund vorübergehend einen Leckschutz (Halskrause) tragen, damit er die Wunde nicht weiter infiziert.
  • Chirurgischer Eingriff: Bei chronischen Verläufen oder sehr tiefen Fisteln kann es notwendig sein, die Analbeutel operativ zu entfernen.

So beugt ihr vor:

Damit es gar nicht erst zu einer schmerzhaften Fistel kommt, könnt ihr im Alltag einiges tun:

  • Ballaststoffreiche Ernährung: Achtet darauf, dass der Kot eures Hundes fest genug ist. Nur durch festen Kot werden die Analbeutel beim Absetzen mechanisch entleert.
  • Regelmäßige Kontrolle: Wenn euer Hund zu Verstopfungen der Drüsen neigt, lasst diese lieber einmal öfter beim Tierarzt kontrollieren und ggf. vorsichtig ausdrücken.
  • Gewichtsmanagement: Übergewichtige Hunde neigen eher zu Problemen mit den Analbeuteln, da das Gewebe die Ausführungsgänge leichter abdrückt.
  • Hormoneller Status: Bei Rüden können auch hormonelle Faktoren die Sekretproduktion beeinflussen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass eine sehr frühe Kastration bei Rüden auch negative Folgen für die körperliche Entwicklung und das Bindegewebe haben kann, weshalb solche Schritte immer individuell abgewogen werden sollten.