Beagle von der Theresienhöhe

- to be different makes the difference -


Würmer

Ein Wurmbefall gehört zu den häufigsten Gesundheitsthemen bei Hunden.

Da Parasiten nicht nur das Wohlbefinden eures Tieres beeinträchtigen können, sondern teilweise auch auf den Menschen übertragbar sind (Zoonose), ist ein fundiertes Wissen über die Arten und die richtige Vorsorge wichtig.

Hier ist für euch eine Übersicht über die wichtigsten Wurmarten und die moderne Herangehensweise an die Entwurmung.

Die häufigsten Wurmarten beim Hund

Würmer können verschiedene Organe besiedeln und unterschiedliche Symptome auslösen. Die gängigsten Arten sind:

Spulwürmer:

Sie sind die am weitesten verbreitete Wurmart.

Die Übertragung kann bereits im Mutterleib oder über die Muttermilch erfolgen.

Sie leben im Dünndarm und können bei starkem Befall zu einem aufgeblähten „Wurmbauch“ führen.

Bandwürmer:

Der bekannteste ist der Gurkenkernbandwurm, der oft durch Flöhe übertragen wird.

Auch der Fuchsbandwurm gehört in diese Kategorie.

Ein typisches Anzeichen ist das sogenannte „Schlittenfahren“ (Rutschen auf dem After).

Hakenwürmer:

Diese Parasiten heften sich an die Darmwand und ernähren sich vom Blut des Hundes, was zu Blutarmut und Abmagerung führen kann.

Peitschenwürmer:

Sie besiedeln den Dickdarm und können hartnäckige Durchfälle verursachen.

Bildquelle: 

https://www.tfa-wissen.de

Dr. med. vet. Ronald Schmäschke

 

Herzwürmer:

Diese werden meist durch Stechmücken in südeuropäischen Regionen übertragen.

Sie besiedeln die Blutgefäße der Lunge und das Herz, was lebensbedrohlich sein kann.


Bildquelle: Uelzener Versicherungen

Wurmprophylaxe

Damit es gar nicht erst zu einem massiven Befall kommt, könnt ihr folgende Maßnahmen in euren Alltag integrieren:

  • Hygienisches Umfeld: Entfernt Hundekot im Garten und unterwegs sofort, um die Infektionskette zu unterbrechen.
  • Flohschutz: Da Flöhe Bandwürmer übertragen, ist eine konsequente Flohprophylaxe gleichzeitig eine Wurmvorsorge.
  • Achtet bei der Fütterung von rohem Fleisch (Barfen) auf eine hohe Fleischqualität oder friert das Fleisch vorab ausreichend lange ein, um Larven abzutöten.
  • Kontaktvermeidung: Achtet darauf, dass euer Hund keinen Kot von Artgenossen oder Wildtieren frisst.

Warum "blindes" entwurmen nicht ideal ist

Viele Hundehalter greifen reflexhaft alle drei Monate zur Wurmkur.

Doch eine Wurmkur wirkt nicht vorbeugend.

Sie tötet lediglich die Würmer ab, die zum Zeitpunkt der Gabe im Hund vorhanden sind, sofern es eine Wurmkur ist, die die Wurmart abdeckt.

Schon einen Tag später kann sich der Hund neu infizieren.

Der moderne Weg: Erst diagnostizieren, dann behandeln

Anstatt den Organismus eures Hundes regelmäßig pauschal mit chemischen Mitteln zu belasten, empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  • Die Sammelkotprobe: Sammelt über drei aufeinanderfolgende Tage Kot eures Hundes. Da Würmer und Eier nicht mit jedem Geschäft ausgeschieden werden, erhöht das Sammeln die Trefferquote massiv.
  • Laboruntersuchung: Gebt diese Probe beim Tierarzt ab. Dort wird gezielt auf die oben genannten Parasiten sowie auf Einzeller (wie Giardien) untersucht.
  • Gezielte Therapie: Nur wenn der Befund positiv ist, sollte eine Entwurmung erfolgen. So könnt ihr sicherstellen, dass das passende Mittel für die spezifische Wurmart gewählt wird. Das schont die Darmflora des Hundes und hilft dabei, Resistenzen gegen Wurmmittel zu vermeiden.

Indem ihr regelmäßig Kotproben untersuchen lasst (je nach Risiko alle 3-6 Monate), behaltet ihr die Gesundheit eures Hundes im Blick, ohne unnötig Medikamente einzusetzen.