Beagle von der Theresienhöhe

- to be different makes the difference -


Hitzschlag

Ein Hitzschlag ist bei Hunden ein absoluter Notfall, da sie Hitze fast ausschließlich über das Hecheln und nur minimal über die Pfotenballen regulieren können.

Wenn die Umgebungstemperatur zu hoch ist, gerät dieses System schnell an seine Grenzen.

Sofortige Kühlung (Die "Pfoten-zuerst"-Regel)

  • Ab in den Schatten: Bringt euren Hund sofort an einen kühlen, gut belüfteten Ort.
  • Schrittweise mit Wasser kühlen: Beginnt die Kühlung an den Pfoten und den unteren Beinen. Arbeitet euch dann langsam über die Innenseite der Schenkel zum Bauch und Nacken vor.
  • Warum? Würdet ihr sofort eiskaltes Wasser über den ganzen Körper schütten, würden sich die Blutgefäße schlagartig verengen. Das Blut könnte die Hitze aus dem Körperinneren nicht mehr nach außen abgeben, was die Überhitzung paradoxerweise verschlimmern und zu einem Kreislaufkollaps führen kann.
  • Verdunstung nutzen: Legt feuchte Tücher auf den Hund, aber deckt ihn nicht dauerhaft damit zu. Sobald die Tücher warm werden, wirken sie wie eine Isolierschicht und stauen die Hitze. Besser ist es, das Fell nass zu machen und den Hund vorsichtig anzufächeln.

Die richtige Wasserzufuhr

  • Anbieten, nicht erzwingen: Bietet eurem Hund handwarmes Wasser an. Er sollte selbstständig trinken.
  • Warum? Wenn ihr versucht, dem Hund Wasser mit Gewalt einzuflößen (besonders wenn er bereits benommen ist), besteht die Gefahr, dass Wasser in die Lunge gerät.
  • Kein eiskaltes Wasser: Auch beim Trinken gilt: Zu kaltes Wasser belastet den Kreislauf und den Magen in dieser Extremsituation zusätzlich.

Der Weg in die Tierklinik

Selbst wenn euer Hund nach der ersten Kühlung wieder fitter wirkt, ist die Gefahr noch nicht gebannt. Ein Hitzschlag kann zeitversetzt zu Hirnschwellungen oder Organversagen führen.

  • Transport vorbereiten: Kühlt das Auto vorab gut durch (Fenster auf oder Klimaanlage an).
  • Ankündigung: Ruft in der Praxis an, während ihr unterwegs seid. So kann das Team alles für eine sofortige Infusionstherapie vorbereiten.
  • Lagerung: Achtet darauf, dass der Hund während der Fahrt flach und gestreckt liegt, damit die Atemwege frei bleiben.

 

Checkliste - Woran erkennt ihr den Notfall?

  •  Exzessives Hecheln: Die Zunge hängt weit heraus, der Hals ist gestreckt.
  • Veränderte Schleimhäute: Das Zahnfleisch ist oft tiefrot, später im Schockzustand blass oder bläulich.
  • Verhalten: Der Hund wirkt taumelig, teilnahmslos oder bricht zusammen.
  • Erbrechen oder Durchfall: Dies sind oft Anzeichen für einen bereits fortgeschrittenen Hitzschlag.

Vorbeugung: Der Handrücken-Test

Um Verbrennungen an den Pfotenballen zu vermeiden, solltet ihr im Sommer den Asphalt prüfen: Legt euren Handrücken für 5 Sekunden auf die Straße. Wenn es für euch zu heiß ist, ist es definitiv zu heiß für euren Hund.

 

Puls & Atmung

Die Atmung prüfen (Frequenz und Qualität)

Beobachtet den Brustkorb eures Hundes. Ein Ein- und Ausatmen zählt als ein Atemzug.

  • Normalwert: Ein entspannter Hund atmet etwa 10 bis 40 Mal pro Minute (kleine Hunde eher schneller, große langsamer).
  • Im Notfall: Bei Überhitzung ist die Atemfrequenz massiv erhöht (Hecheln). Achtet auf Atemnot: Wenn der Hund den Hals weit streckt und die Bauchmuskeln stark einsetzt, um Luft zu holen, ist das ein Warnsignal.

Den Puls messen (An der Oberschenkelinnenseite)

Den Puls findet ihr beim Hund am besten an der Oberschenkelarterie (Arteria femoralis).

  • So geht’s: Geht mit euren Fingern (nicht dem Daumen, da dieser einen Eigenpuls hat) an die Innenseite des Hinterlaufs, ganz oben, wo das Bein in den Rumpf übergeht. Dort tastet ihr in der Rinne zwischen den Muskeln nach dem klopfenden Schlag.
  • Normalwert: 70 bis 120 Schläge pro Minute (bei kleinen Hunden bis zu 160).
  • Mess-Trick: Zählt die Schläge für 15 Sekunden und nehmt das Ergebnis mal vier.

Die Schleimhäute und Kapillarfüllzeit (KFZ)

 Dies ist der schnellste Weg, um den Kreislaufzustand zu prüfen.

  • Farbe: Hebt die Lippe an. Das Zahnfleisch sollte blassrosa und feucht sein.
  • Tiefrot: Hinweis auf Überhitzung/Hitzschlag.
  • Blau/Lila: Sauerstoffmangel.
  • Weiß/Porzellanfarben: Schock oder schwerer Blutverlust.

 

  • Der Test (KFZ): Drückt mit dem Finger fest auf das Zahnfleisch, bis eine weiße Stelle entsteht. Lasst los und zählt die Sekunden, bis die Stelle wieder rosa wird.
  • Normal: Unter 3 Sekunden.
  • Notfall: Dauert es länger als 3 Sekunden, arbeitet der Kreislauf nicht mehr effektiv – sofort zum Tierarzt!

Die Körpertemperatur (Rektale Messung)

Nur eine Messung mit einem digitalen Thermometer (mit etwas Gleitmittel oder Fett) liefert Gewissheit.

Eine heiße Nase oder heiße Ohren sind keine zuverlässigen Anzeichen für Fieber.

  • Normalwert: 37,5 °C bis 38,5 °C. Welpen bis 39 °C
  • Achtung: Ab 40 °C spricht man von Fieber, ab 41 °C wird es lebensgefährlich (Eiweiß im Körper beginnt zu gerinnen).

Wichtiger Hinweis für euch: Übt das Pulsmessen und das Prüfen der Schleimhäute am besten mal in einer ruhigen Minute, wenn euer Hund entspannt ist. So bekommt ihr ein Gefühl für seine Normalwerte und geratet im Ernstfall nicht in Panik.

 

 

 

Todesfalle Sommer - Der Hund im Auto

Lasst bei warmen Temperaturen euren Hund niemals alleine im Auto!

Bereits nach Kurzer Zeit kann es Lebensbedrohlich werden!