Beagle von der Theresienhöhe- to be different makes the difference -Rassetypische ErkrankungenDer Beagle ist grundsätzlich ein robuster und lebensfroher Hund. Dennoch gibt es einige rassetypische Erkrankungen, die genetisch bedingt sein können. Nachfolgend haben wir die häufigsten Erkrankungen beim Beagle aufgelistet. Die gute Nachricht für verantwortungsbewusste Halter und Züchter: Auf den Großteil dieser Krankheiten kann man heute bereits per Gentest untersuchen lassen, um das Risiko frühzeitig zu bestimmen. Leider sind jedoch noch nicht alle Erkrankungen testbar, weshalb eine regelmäßige tierärztliche Vorsorge und die Auswahl einer seriösen Zucht weiterhin von großer Bedeutung sind. AkatalasämieDie Akatalasämie ist eine seltene, genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung beim Hund, bei der ein signifikanter Mangel an dem Enzym Katalase besteht.
Normalerweise baut das Enzym Katalase im Körper anfallendes Wasserstoffperoxid () in Wasser und Sauerstoff ab. Bei Hunden mit Akatalasämie funktioniert dieser Prozess nicht oder nur sehr eingeschränkt. Dadurch sammelt sich Wasserstoffperoxid im Gewebe an und verursacht oxidativen Stress, der Zellen schädigt. Symptome und Erscheinungsbild Das markanteste Merkmal der Erkrankung ist die orale Akatalasämie (auch bekannt als Takahara-Krankheit). Zu den typischen Anzeichen gehören:
Ursache und Vererbung Die Erkrankung wird autosomal-rezessiv vererbt. Das bedeutet, ein Hund erkrankt nur, wenn er das defekte Gen von beiden Elterntieren erbt. Träger (Hunde mit nur einem defekten Gen) sind meist symptomfrei, haben aber einen reduzierten Katalasespiegel im Blut (Hypokatalasämie). Diagnose und Behandlung Die Diagnose erfolgt meist über einen Gentest oder durch den Nachweis einer fehlenden Reaktion (kein Schäumen) bei Kontakt von Blut mit Wasserstoffperoxid. Da es keine Heilung für den Gendefekt gibt, konzentriert sich die Behandlung auf: Die Diagnose erfolgt meist über einen Gentest oder durch den Nachweis einer fehlenden Reaktion (kein Schäumen) bei Kontakt von Blut mit Wasserstoffperoxid. Da es keine Heilung für den Gendefekt gibt, konzentriert sich die Behandlung auf:
ÜberschriftDer Faktor-VII-Mangel ist eine erblich bedingte Blutgerinnungsstörung. Faktor VII ist ein spezifisches Protein (ein Enzym), das eine Schlüsselrolle bei der sogenannten „Gerinnungskaskade“ spielt. Fehlt dieser Faktor oder ist er in zu geringer Menge vorhanden, benötigt das Blut deutlich länger, um zu gerinnen. Symptome und Erscheinungsbild Das Tückische an FVII ist, dass viele betroffene Hunde im Alltag völlig unauffällig erscheinen. Die Symptome treten oft erst bei Belastung auf:
Ursache und Vererbung Wie die Akatalasämie wird auch der Faktor-VII-Mangel autosomal-rezessiv vererbt.
Diagnose und Behandlung Da die Erkrankung genetisch fixiert ist, ist ein Gentest die sicherste Methode zur Identifikation, noch bevor der Hund jemals operiert werden muss.
Glasknochenkrankheit -Die Glasknochenkrankheit (wissenschaftlich: Osteogenesis imperfecta, kurz OI) ist eine schwere, vererbbare Skeletterkrankung, die beim Beagle durch einen Gendefekt im Kollagenstoffwechsel verursacht wird. Durch eine Mutation im COL1A2-Gen kann der Körper des Hundes kein stabiles Kollagen Typ I bilden. Kollagen ist das wichtigste Eiweiß für die Festigkeit von Knochen, Sehnen und Zähnen. Ohne dieses „Gerüst“ werden die Knochen extrem brüchig und instabil. Symptome und Erscheinungsbild Die Symptome zeigen sich meist schon im Welpenalter, sobald die Hunde anfangen, sich aktiver zu bewegen:
Ursache und Vererbung Die Glasknochenkrankheit beim Beagle wird autosomal-rezessiv vererbt.
Diagnose und Prävention Da die Prognose für betroffene Welpen leider sehr schlecht ist (viele müssen aufgrund der Schmerzen und Instabilität frühzeitig eingeschläfert werden), ist die Vorsorge entscheidend:
Imerslund-Gräsbeck-SyndromDas Imerslund-Gräsbeck-Syndrom (IGS) ist eine erbliche Stoffwechselerkrankung, die beim Beagle dazu führt, dass der Körper Vitamin B12 (Cobalamin) nicht über den Darm aufnehmen kann.
Normalerweise wird Vitamin B12 im Dünndarm mithilfe eines speziellen Rezeptors aufgenommen. Bei Hunden mit IGS ist dieser Rezeptor aufgrund eines Gendefekts defekt. Da Vitamin B12 essenziell für die Blutbildung und das Nervensystem ist, führt dieser Mangel unbehandelt zu schweren gesundheitlichen Problemen. Symtome und Anzeichen Die ersten Symptome zeigen sich meist früh im Welpenalter (etwa ab der 12. Woche):
Ursache und Vererbung Das IGS wird autosomal-rezessiv vererbt. Das bedeutet:
Diagnose und Behandlung Gute Nachrichten: IGS ist eine der Erkrankungen, die sich hervorragend managen lassen, wenn sie rechtzeitig erkannt wird.
Lafora KrankheitDie Lafora-Krankheit (EPM2B) ist eine schwere, vererbbare Stoffwechselerkrankung, die sowohl bei Hunden (insbesondere Beagle, Rauhaardackel und Basset) als auch beim Menschen vorkommt. Da die Symptome krampfartigen Anfällen ähneln, wird sie oft fälschlicherweise als reine Epilepsie bezeichnet. Ursache: Der „Zuckerspeicher-Defekt“ Die Krankheit basiert auf einer Mutation am Gen EPM2B. Diese stört die Umwandlung von Glucose in die Speicherform Glykogen. Infolgedessen bilden sich fehlerhafte Ablagerungen, sogenannte Laforakörperchen.
Symptome und Verlauf Erste Anzeichen treten meist erst spät auf, oft ab dem 5. oder 6. Lebensjahr, manchmal auch erst viel später. Die Krankheit ist nicht heilbar und schreitet unaufhaltsam fort. Typische Anzeichen sind:
Vererbung und Diagnose Lafora wird rezessiv vererbt. Das bedeutet, ein Hund kann gesund aussehen, aber als „Anlagenträger“ das Gen an seine Nachkommen weitergeben.
ÜberschriftDas Musladin-Lueke Syndrom (MLS) ist eine genetische Besonderheit, die fast ausschließlich beim Beagle vorkommt. Es handelt sich dabei um eine Bindegewebserkrankung, die das äußere Erscheinungsbild und die Beweglichkeit des Hundes stark beeinflusst.
Bei betroffenen Hunden ist die Entwicklung des Bindegewebes gestört. Dies führt dazu, dass Haut, Sehnen, Bänder und Gelenkkapseln extrem fest und unelastisch werden. Man könnte sagen, der Hund ist in seinem eigenen Körper „gefangen“, da das Gewebe nicht normal nachgibt. Merkmale und Symptome Hunde mit MLS fallen oft schon im Welpenalter durch ihr markantes Aussehen und ihren Gang auf:
Ursache und Vererbung MLS wird autosomal-rezessiv vererbt. Das bedeutet, dass beide Elterntiere das defekte Gen tragen müssen, damit ein Welpe erkrankt.
Diagnose und Lebenserwartung Die gute Nachricht ist: MLS ist keine tödliche Krankheit. Betroffene Hunde haben oft eine normale Lebenserwartung und sind geistig völlig fit.
ÜberschriftDie Neonatale Cerebelläre Corticale Degeneration (NCCD) ist eine schwere neurologische Erkrankung, die speziell beim Beagle vorkommt. Sie betrifft das Kleinhirn (Cerebellum), das für die Koordination von Bewegungen und das Gleichgewicht zuständig ist.
Bei NCCD sterben kurz nach der Geburt bestimmte Nervenzellen im Kleinhirn (die sogenannten Purkinje-Zellen) vorzeitig ab. Da das Kleinhirn die „Schaltzentrale“ für glatte Bewegungsabläufe ist, verliert der Hund die Kontrolle über seine Motorik. Symptome und Anzeichen Die Symptome zeigen sich meist sehr früh, oft schon, wenn die Welpen im Alter von 3 bis 4 Wochen anfangen, das Nest zu verlassen und zu laufen:
Ursache und Vererbung NCCD wird autosomal-rezessiv vererbt.
Diagnose und Prävention Da die Symptome bereits im Welpenalter auftreten, ist die Prognose leider oft sehr schlecht, und viele betroffene Hunde müssen aufgrund der schweren Behinderung eingeschläfert werden.
ÜberschriftDie Progressive Retinaatrophie (PRA), speziell in der Form der Cone-Rod Dystrophie 4 (crd4/cord1), ist eine vererbbare Augenerkrankung beim Beagle, die schleichend zur Erblindung führt.
Bei dieser Form der PRA sterben die Lichtrezeptoren in der Netzhaut (Retina) vorzeitig ab. Zuerst sind meist die Zapfen (Cones – zuständig für das Tages- und Farbsehen) und später die Stäbchen (Rods – zuständig für das Dämmerungssehen) betroffen. Das Auge verliert dadurch nach und nach die Fähigkeit, Lichtsignale zu verarbeiten. Symptome und Krankheitsverlauf Das Besondere an der crd4/cord1-Form ist die enorme Variabilität des Ausbruchs:
Ursache und Vererbung Die Erkrankung wird autosomal-rezessiv vererbt.
Diagnose und Prävention Da die Krankheit schmerzfrei verläuft, ist die Früherkennung entscheidend für die Lebensplanung des Hundes:
ÜberschriftDas Primäre Offenwinkelglaukom (POAG) ist eine schwere Augenerkrankung, die beim Beagle durch einen genetischen Defekt im Abfluss des Kammerwassers verursacht wird.
Normalerweise zirkuliert im Auge das Kammerwasser, das für den nötigen Augeninnendruck sorgt und überschüssige Flüssigkeit über einen feinen Filter (den Kammerwinkel) abgibt. Beim POAG ist dieser Abfluss durch eine Mutation im ADAMTS10-Gen gestört. Die Flüssigkeit staut sich an, und der Augeninnendruck steigt kontinuierlich an. Symptome und Krankheitsverlauf Im Gegensatz zu anderen Glaukom-Formen verläuft das POAG beim Beagle oft schleichend und betrifft meist beide Augen:
Ursache und Vererbung Das POAG beim Beagle wird autosomal-rezessiv vererbt.
Diagnose und Behandlung Früherkennung ist hier lebenswichtig, um das Sehvermögen so lange wie möglich zu erhalten:
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